Mirabellen, Renekloden und Pflaumen sind drei verschiedene Steinobstsorten, die zwar zur selben botanischen Familie gehören, sich aber in Form, Farbe, Geschmack und Verwendung deutlich unterscheiden. Mirabellen sind kleine, goldgelbe Früchte mit intensiver Süße, Renekloden rund und grünlich-gelblich mit einem mild-aromatischen Geschmack, und Pflaumen eher oval, blauviolett und vielseitiger in der Küche. Wer die Unterschiede kennt, kauft und kocht am Ende einfach besser.
Wie erkenne ich Mirabellen, Renekloden und Pflaumen auf den ersten Blick?
Die drei Steinobstsorten lassen sich schon beim Anschauen gut auseinanderhalten. Mirabellen sind klein und rund, meist leuchtend gelb bis orangefarben, manchmal mit einem roten Bäckchen. Renekloden sind größer und kugelrunder, ihre Schale ist grünlich-gelb bis blauviolett. Pflaumen erkennt man an ihrer länglichen, ovalen Form und der typisch blauvioletten bis dunkelroten Farbe.
Mirabellen: klein, rund, golden
Mirabellen haben einen Durchmesser von etwa zwei bis drei Zentimetern. Ihre Schale ist dünn und glatt, das Fruchtfleisch fest und saftig. Der Stein löst sich bei reifen Früchten meist leicht vom Fruchtfleisch, was sie zu sogenannten Freisteinfrüchten macht.
Renekloden: rund und prall
Renekloden, auch Reineclauden oder Ringlotten genannt, sind deutlich größer als Mirabellen und fallen durch ihre kugelige Form auf. Die Schale kann je nach Sorte grünlich, gelblich oder auch leicht bläulich sein. Das Fruchtfleisch ist saftig und aromatisch, der Stein sitzt manchmal etwas fester.
Pflaumen: oval und klassisch blau
Pflaumen sind die bekannteste der drei Sorten und wohl das, was die meisten Menschen im Kopf haben, wenn sie an Steinobst denken. Sie sind oval geformt, deutlich größer als Mirabellen, und ihre Schale hat den typischen bläulichen Reifbelag, den man in der Fachsprache als Duftreif bezeichnet. Das Fruchtfleisch ist gelblich bis grünlich und relativ fest.
Was schmeckt süßer – Mirabellen, Renekloden oder Pflaumen?
Mirabellen sind von den drei Sorten am süßesten. Sie haben ein intensives, fast honigartiges Aroma mit wenig Säure. Renekloden schmecken ebenfalls süß, aber milder und etwas feiner. Pflaumen sind süß-säuerlicher und im Geschmack kräftiger, was sie in der Küche so vielseitig macht.
Der Zuckergehalt hängt natürlich auch vom Reifegrad ab. Eine vollreife Pflaume kann durchaus mit einer Reneklode mithalten, aber Mirabellen liegen geschmacklich fast immer vorne, wenn es um reine Süße geht. Wer Steinobst pur nascht oder Konfitüre ohne viel Zuckerzusatz sucht, greift am besten zu Mirabellen.
Renekloden überzeugen mit einem feinen, blumigen Aroma, das sich besonders gut in Desserts und Torten entfaltet. Pflaumen bringen durch ihre ausgewogene Süße und Säure mehr Tiefe in herzhafte Gerichte und Saucen.
Wann haben Mirabellen, Renekloden und Pflaumen Saison?
Alle drei Steinobstsorten haben ihre Hauptsaison im Sommer und frühen Herbst, aber nicht gleichzeitig. Mirabellen sind typischerweise von Ende Juli bis Mitte August reif. Renekloden folgen kurz danach, von August bis September. Pflaumen haben die längste Saison und sind je nach Sorte von Juli bis Oktober erhältlich.
Das bedeutet, dass du als Einkäufer oder Koch von Juli bis Oktober fast durchgehend frisches, regionales Steinobst beziehen kannst, wenn du die Sorten klug kombinierst. Besonders in 2026 lohnt es sich, auf regionale Erzeuger zu setzen, da kurze Transportwege die Qualität deutlich verbessern und Ernteschwankungen direkt abgefedert werden können.
Wichtig zu wissen: Alle drei Sorten sind empfindlich und sollten möglichst frisch verarbeitet oder gelagert werden. Wer größere Mengen verarbeitet, zum Beispiel für Catering oder Gastronomie, sollte die Lieferzeitpunkte eng mit seinem Großhändler abstimmen, damit die Ware in optimalem Zustand ankommt.
Wofür eignen sich Mirabellen, Renekloden und Pflaumen in der Küche?
Mirabellen eignen sich am besten für Konfitüren, Kuchen und Brennereierzeugnisse wie Mirabellenschnaps. Renekloden sind ideal für Desserts, Kompott und feine Törtchen. Pflaumen sind die vielseitigste Sorte und passen sowohl in Kuchen und Marmeladen als auch in herzhafte Gerichte wie Wildsoßen oder geschmortes Fleisch.
- Mirabellen: Konfitüre, Fruchtaufstriche, Kuchen, Clafoutis, Brennerei
- Renekloden: Kompott, Törtchen, Desserts, Fruchteis, Einmachen
- Pflaumen: Pflaumenkuchen, Chutney, herzhafte Saucen, Dörrpflaumen, Marmelade
In der Profiküche schätzt man Pflaumen besonders wegen ihrer Robustheit beim Garen. Sie halten auch bei längerer Hitze ihre Form besser als Mirabellen, die schnell zerfallen. Für Buffets und Dessertplatten sind Renekloden eine elegante Wahl, da sie optisch besonders ansprechend sind und sich gut in Scheiben schneiden lassen.
Wer mit frischen Steinobstsorten experimentieren möchte, sollte auch exotischere Pflaumensorten im Blick behalten, etwa japanische Ume-Pflaumen oder alte Lokalsorten, die in manchen Regionen noch angebaut werden.
Sind Mirabellen, Renekloden und Pflaumen dasselbe wie Zwetschgen?
Nein, Zwetschgen sind eine eigene Steinobstsorte und nicht dasselbe wie Pflaumen, Mirabellen oder Renekloden, auch wenn sie botanisch alle zur Gattung Prunus gehören. Zwetschgen sind länglich-oval, haben ein festes Fruchtfleisch und einen Stein, der sich sehr leicht löst. Sie sind die klassische Backsaison-Frucht und von August bis Oktober erhältlich.
Der wichtigste Unterschied zwischen Pflaumen und Zwetschgen liegt in der Form und der Konsistenz. Zwetschgen sind fester und trockener, was sie ideal zum Backen macht, zum Beispiel für den klassischen Zwetschgendatschi in Bayern. Pflaumen sind saftiger und weicher, was sie beim Backen manchmal schwieriger zu handhaben macht.
Hier eine schnelle Übersicht der wichtigsten Unterschiede:
- Mirabellen: klein, rund, gelb-orange, sehr süß, Juli bis August
- Renekloden: mittelgroß, rund, grünlich-gelb, mild-aromatisch, August bis September
- Pflaumen: oval, blauviolett, süß-säuerlich, vielseitig, Juli bis Oktober
- Zwetschgen: länglich-oval, dunkelblau, fest, trocken, ideal zum Backen, August bis Oktober
Im Handel werden die Begriffe leider oft durcheinandergeworfen. Wenn du sichergehen willst, was du bekommst, lohnt es sich, direkt beim Erzeuger oder einem Fachgroßhändler nachzufragen.
Steinobst in der Gastronomie, Hotellerie und Großküche
Für Restaurants, Hotels und Großküchen spielt die Wahl der richtigen Steinobstsorte eine größere Rolle, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Während Mirabellen sich hervorragend für die Pâtisserie und die Herstellung hochwertiger Fruchtdesserts eignen, sind Pflaumen in der warmen Küche kaum wegzudenken – etwa als Basis für Wildsoßen, Chutneys oder geschmorte Fleischgerichte auf der Saisonkarte. Renekloden wiederum setzen auf Dessertbuffets und in der gehobenen Patisserie elegante Akzente, da sie optisch und geschmacklich überzeugen, ohne dominant zu wirken.
Entscheidend für gewerbliche Abnehmer ist neben der Sortenkenntnis vor allem die Planbarkeit: Da alle drei Sorten nur kurze Erntefenster haben und empfindlich auf Lagerung und Transport reagieren, ist eine verlässliche Lieferkette unerlässlich. Wer als Küchenchef oder Einkäufer frühzeitig mit einem erfahrenen Großhändler plant, kann die Saison optimal nutzen – von den ersten Mirabellen im Juli bis zu den letzten Pflaumen im Oktober. Größere Abnahmemengen lassen sich so termingenau einplanen, Qualitätsschwankungen durch enge Abstimmung mit dem Lieferanten minimieren und saisonale Menükonzepte verlässlich umsetzen.
Wie wir bei Früchte Kölbl mit Steinobst arbeiten
Wir bei Früchte Kölbl kennen den Unterschied zwischen einer reifen Mirabelle und einer unreifen Pflaume aus dem Effeff, und genau das macht den Unterschied für unsere Kunden. Als zertifizierter Obst- und Gemüsegrößhändler aus dem Bayerischen Wald versorgen wir Gastronomie, Catering, Hotellerie, Krankenhäuser und Einzelhandel mit frischem Sommerobst in bester Qualität.
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