Das erste Steinobst des Sommers ist die Kirsche. Je nach Sorte und Region sind die ersten Süßkirschen bereits von Ende Mai bis Anfang Juni reif, während Aprikosen und Mirabellen im Juli folgen. Pfirsiche, Nektarinen und Pflaumen runden die Saison bis in den September hinein ab. Welche Sorte wann genau reif ist, hängt stark von Witterung, Höhenlage und Anbaugebiet ab. Im Folgenden schauen wir uns die Reihenfolge der Steinobst-Saison 2026 genauer an und geben dir praktische Tipps für Einkauf und Lagerung.
Welches Steinobst hat die kürzeste Reifezeit?
Kirschen haben unter allen heimischen Steinobstsorten die kürzeste Reifezeit. Von der Blüte bis zur Ernte vergehen je nach Sorte nur sechs bis acht Wochen. Das macht sie zum Startschuss der Steinobst-Saison und zum ersten echten Sommergenuss des Jahres. Frühsorten wie die Burlat sind dabei besonders schnell.
Auch Aprikosen reifen vergleichsweise zügig, sobald die Temperaturen im Frühjahr stabil genug sind. Ihr Zeitfenster ist allerdings etwas breiter als das der Kirschen. Pflaumen und Zwetschgen dagegen brauchen deutlich länger und gehören zum Spätsommer. Sie profitieren von den langen Sonnenstunden im August und September, um genug Zucker zu entwickeln.
Wer im Großhandel oder in der Gastronomie plant, sollte die kurze Erntezeit der Kirschen im Blick behalten: Das Fenster ist eng, die Nachfrage hoch. Wer zu spät bestellt, greift ins Leere.
Wann sind Kirschen, Aprikosen und Mirabellen reif?
Süßkirschen sind in Deutschland typischerweise von Ende Mai bis Mitte Juli reif, Aprikosen folgen von Mitte Juni bis Ende Juli, und Mirabellen haben ihre Hauptsaison im Juli und August. Die genauen Zeiträume verschieben sich je nach Witterungsverlauf um einige Wochen nach vorne oder hinten.
Kirschen: Das erste Steinobst der Saison
Frühsorten wie Burlat oder Merchant starten bereits Ende Mai in wärmeren Lagen wie dem Rheintal oder dem Bodenseegebiet. In kühleren Regionen und bei Spätsorten wie der Hedelfinger zieht sich die Kirschsaison bis in den Juli. Süßkirschen sind empfindlich gegenüber Regen kurz vor der Ernte, da sie dann leicht platzen. Sauerkirschen, die klassische Basis für Marmeladen und Kuchen, reifen etwas später und sind robuster.
Aprikosen und Mirabellen: Der goldene Juli
Aprikosen aus deutschem Anbau kommen vor allem aus der Pfalz, dem Markgräflerland und Sachsen. Sie sind von Mitte Juni bis Ende Juli auf dem Markt. Importware aus Spanien, der Türkei oder dem Wallis ist oft schon früher verfügbar. Mirabellen, die kleinen gelben Verwandten der Pflaume, haben ihre Hochsaison im Juli und August. Sie sind aromatisch, süß und vergänglich, also typisches saisonales Obst, das man nicht lange lagert.
Wann folgen Pfirsiche, Nektarinen und Pflaumen?
Pfirsiche und Nektarinen sind in Deutschland von Juli bis September reif, Pflaumen und Zwetschgen von August bis Oktober. Diese Sorten brauchen mehr Wärme und eine längere Reifezeit als Kirschen oder Aprikosen, liefern dafür aber ein intensiveres Aroma.
Pfirsiche aus heimischem Anbau stammen vor allem aus Sachsen, der Pfalz und Bayern. Sie sind weich, saftig und empfindlich im Transport. Nektarinen, also die glattschalige Variante des Pfirsichs, sind etwas fester und damit einfacher zu handhaben. Importware aus Spanien oder Italien füllt die Lücke früher im Sommer.
Pflaumen und Zwetschgen sind das Arbeitstier unter dem Steinobst: robust, lagerfähiger als Kirschen und vielseitig einsetzbar. Die Hauszwetschge, eine der bekanntesten deutschen Sorten, hat ihre Hauptsaison von Mitte August bis Mitte September. In der Gastronomie und im Catering ist sie ein Klassiker für Kuchen, Kompott und herzhafte Gerichte.
Wie beeinflusst das Wetter die Steinobst-Saison 2026?
Das Wetter ist der wichtigste Faktor für den Verlauf der Steinobst-Saison. Ein warmer, trockener Frühling beschleunigt die Reife und bringt früheres saisonales Obst auf den Markt. Ein kühler, nasser Mai hingegen verzögert die Kirschernte um bis zu zwei Wochen und erhöht das Risiko von Pilzkrankheiten und Fruchtplatzen.
Für 2026 gilt wie in den Vorjahren: Spätfröste im April und Mai sind das größte Risiko für Steinobst. Aprikosen und Pfirsiche blühen früh und reagieren empfindlich auf Temperaturen unter null Grad nach dem Austrieb. Solche Ereignisse können ganze Ernten regional vernichten und die Verfügbarkeit am Markt erheblich einschränken.
Trockenheit im Sommer wirkt sich dagegen oft positiv auf den Zuckergehalt aus. Früchte, die wenig Wasser bekommen, konzentrieren ihre Aromen stärker. Das erklärt, warum Steinobst aus trockenen Sommern häufig intensiver schmeckt als Ware aus kühlen, regenreichen Jahren.
Wie erkennt man reifes Steinobst beim Einkauf?
Reifes Steinobst erkennst du am Duft, an der Farbe und am leichten Druckgefühl. Eine reife Kirsche ist tiefrot und glänzend, eine reife Pflaume hat eine leichte Bereifung auf der Schale, und ein reifer Pfirsich gibt auf sanften Druck nach und duftet intensiv fruchtig.
- Farbe: Tiefe, satte Farben zeigen Reife an. Blasse oder grüne Stellen deuten auf zu frühe Ernte hin.
- Duft: Reifes Steinobst riecht aromatisch. Fehlt der Duft, fehlt oft auch der Geschmack.
- Festigkeit: Kirschen sollten fest, aber nicht hart sein. Pfirsiche und Aprikosen dürfen leicht nachgeben, sollten aber keine weichen Stellen haben.
- Stiel: Bei Kirschen zeigt ein grüner, frischer Stiel gute Qualität an. Ein brauner, vertrockneter Stiel deutet auf ältere Ware hin.
- Bereifung: Der weiße Belag auf Pflaumen und Zwetschgen ist kein Zeichen von schlechter Qualität, sondern ein natürlicher Schutzfilm.
Im Großhandel und in der Gastronomie lohnt es sich, auf die Herkunft zu achten. Regionales Steinobst aus kurzen Lieferwegen ist oft frischer und aromatischer als Importware, die lange Transportwege hinter sich hat.
Wie lagert man frisches Steinobst richtig?
Frisches Steinobst lagert man am besten kühl, aber nicht zu kalt. Kirschen halten sich im Kühlschrank bis zu einer Woche, Pfirsiche und Aprikosen reifen bei Zimmertemperatur nach und sollten erst dann in den Kühlschrank, wenn sie den gewünschten Reifegrad erreicht haben.
- Kirschen: Im Kühlschrank bei zwei bis vier Grad Celsius lagern. Nicht waschen vor der Lagerung, da Feuchtigkeit Schimmel fördert.
- Pfirsiche und Nektarinen: Unreif bei Zimmertemperatur nachreifen lassen. Reife Früchte im Kühlschrank bis zu drei Tage haltbar.
- Aprikosen: Ähnlich wie Pfirsiche behandeln. Empfindlich gegenüber Druck, also nicht stapeln.
- Pflaumen und Zwetschgen: Kühl und trocken lagern. Im Kühlschrank bis zu zwei Wochen haltbar.
- Mirabellen: Sehr kurze Haltbarkeit, schnell verarbeiten oder einfrieren.
Im gewerblichen Bereich, also in der Gastronomie, im Catering oder im Einzelhandel, gilt: Steinobst braucht ausreichend Luftzirkulation und sollte nicht in geschlossenen Behältern gelagert werden. Ethylenempfindliche Früchte wie Kirschen und Aprikosen am besten getrennt von Äpfeln oder Tomaten aufbewahren, da diese das Reifegas Ethylen abgeben und die Haltbarkeit verkürzen.
Frisches Steinobst direkt vom Großhändler: So helfen wir dir
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