Aprikose und Mirabelle sind zwei verschiedene Steinfrüchte, die zwar beide zur Familie der Rosengewächse gehören, sich aber in Aussehen, Geschmack und Verwendung deutlich voneinander unterscheiden. Die Aprikose ist größer, intensiver im Aroma und vielseitiger in der Küche, während die Mirabelle kleiner, süßer und feiner im Geschmack ist. In diesem Artikel beantworten wir alle wichtigen Fragen rund um die beiden Sommerfrüchte.
Wie sehen Aprikose und Mirabelle aus?
Die Aprikose ist deutlich größer als die Mirabelle und hat eine ovale bis runde Form mit einem Durchmesser von vier bis sieben Zentimetern. Ihre Schale ist samtig-weich und leuchtet in einem satten Orange, oft mit einem rötlichen Hauch auf der Sonnenseite. Die Mirabelle hingegen ist klein und rund wie eine Kirsche, meist nur zwei bis drei Zentimeter groß, und trägt eine glatte, glänzende Schale in Gelb bis Goldgelb, manchmal mit einem leichten Rotpunkt.
Auch der Stein unterscheidet sich: Bei der Aprikose liegt er fest im Fruchtfleisch und lässt sich je nach Sorte leichter oder schwerer herauslösen. Der Mirabellenkern ist im Verhältnis zur Frucht recht groß, aber das Fruchtfleisch löst sich bei reifen Früchten sauber vom Stein. Beide Früchte haben ein festes, saftiges Fruchtfleisch, wobei das der Mirabelle etwas zarter und durchsichtiger wirkt.
Wie schmecken Aprikose und Mirabelle?
Aprikosen schmecken aromatisch-fruchtig mit einer ausgeprägten Süße und einer leichten Säure, die je nach Reifegrad variiert. Mirabellen sind intensiv süß, fast honigartig, mit einem feinen, blumigen Aroma und kaum merklicher Säure. Wer beide nebeneinander probiert, merkt schnell: Die Mirabelle ist die süßere der beiden, die Aprikose die aromatisch kräftigere.
Der Geschmack beider Früchte hängt stark von der Reife ab. Eine unreife Aprikose kann mehlig und fad schmecken, während eine vollreife Aprikose regelrecht vor Aroma explodiert. Bei der Mirabelle ist es ähnlich: Nur vollreif entfaltet sie ihr typisches, fast karamellartig-süßes Profil. Beide Früchte sollte man deshalb möglichst reif kaufen oder ernten.
Sind Aprikose und Mirabelle botanisch verwandt?
Ja, Aprikose und Mirabelle sind botanisch verwandt. Beide gehören zur Gattung Prunus innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Die Aprikose trägt den botanischen Namen Prunus armeniaca, die Mirabelle ist eine Unterart der Pflaume und heißt Prunus domestica subsp. syriaca. Sie sind also keine direkten Geschwister, aber enge Verwandte im selben Pflanzengeschlecht.
Beide zählen zu den Steinfrüchten, was bedeutet: Im Inneren steckt ein harter Kern, der den Samen schützt. Diese botanische Gemeinsamkeit erklärt auch, warum Aprikose und Mirabelle eine ähnliche Saison haben und in vielen Rezepten gegeneinander ausgetauscht werden können. Mit Kirschen, Pflaumen und Pfirsichen teilen sie sich denselben Stammbaum.
Wann haben Aprikose und Mirabelle Saison?
Aprikosen haben in Deutschland ihre Hauptsaison von Juni bis August, mit dem Höhepunkt im Juli. Mirabellen reifen etwas später: Ihre Saison läuft typischerweise von Ende Juli bis September, wobei August der beste Monat ist. Wer auf saisonales Obst setzt, findet beide Früchte also im Hochsommer frisch und in bester Qualität.
Heimische Aprikosen kommen vor allem aus wärmeren Anbauregionen wie Südtirol, dem Wallis oder dem Rheinland. Mirabellen stammen traditionell aus Lothringen in Frankreich, werden aber auch in Deutschland und Österreich angebaut. Wer auf kurze Lieferwege und volle Reife setzt, sollte in dieser Zeit bewusst zu regionalen Früchten greifen statt zu importierter Ware, die oft unreif geerntet wird.
Außerhalb der Saison findet man Aprikosen häufig aus Spanien, der Türkei oder Südafrika. Mirabellen sind im Import seltener, da sie empfindlicher sind und sich schlechter transportieren lassen. Das macht die frische Mirabelle zur echten Sommerspezialität, die man genießen sollte, solange sie da ist.
Wofür eignen sich Aprikosen und Mirabellen in der Küche?
Aprikosen sind ausgesprochen vielseitig: Sie eignen sich roh als Snack, aber auch hervorragend zum Backen, Einkochen, Trocknen und für herzhafte Gerichte wie Chutneys oder Fleischmarinaden. Mirabellen glänzen vor allem in Marmeladen, Kuchen, Clafoutis und Bränden. Ihr intensiv süßes Aroma macht sie zur ersten Wahl, wenn es um feine Desserts und Konfitüren geht.
Aprikosen in der Küche
Aprikosen lassen sich sowohl roh als auch verarbeitet verwenden. Frisch schmecken sie wunderbar im Obstsalat oder auf dem Frühstücksbrett. Gebacken entfalten sie ein tiefes, karamellisiertes Aroma, das in Torten, Tartes und Crumbles begeistert. Getrocknet sind Aprikosen ein konzentrierter Energiesnack und eine beliebte Zutat in der orientalischen Küche, zum Beispiel in Tajines oder Reisgerichten.
Auch als Konfitüre oder Fruchtaufstrich sind Aprikosen beliebt. Wer in der Gastronomie oder im Catering arbeitet, schätzt sie außerdem als Glasur für Torten oder als Basis für Saucen zu Wild und Geflügel.
Mirabellen in der Küche
Mirabellen sind empfindlicher und sollten möglichst frisch verarbeitet werden. Ihre Stärke liegt in der Marmeladenküche: Eine gute Mirabellenmarmelade gehört zu den feinsten Konfitüren überhaupt. Auch Kuchen und Torten profitieren vom intensiven Aroma der kleinen Früchte. In Frankreich ist der Clafoutis aux mirabelles ein Klassiker, der zeigt, wie gut die Frucht mit Eiern und Milch harmoniert.
Darüber hinaus ist Mirabellenschnaps oder -brand ein traditionsreiches Destillat, das vor allem in Lothringen und im deutschsprachigen Raum geschätzt wird. Wer Mirabellen einfriert, kann ihr Aroma auch außerhalb der Saison für Smoothies, Kompott oder Saucen nutzen.
Aprikose und Mirabelle in Restaurants, Hotels und Großküchen
Für Profiköche und Einkäufer in der Gastronomie, Hotellerie und Gemeinschaftsverpflegung sind Aprikosen und Mirabellen weit mehr als saisonale Randerscheinungen. Gerade im Sommer bieten beide Früchte die Möglichkeit, Speisekarten mit frischen, regionalen Produkten aufzuwerten – vom Frühstücksbuffet im Hotel über das Dessert im À-la-carte-Restaurant bis hin zur Nachspeise in der Betriebskantine oder Großküche. Aprikosen lassen sich dank ihrer Robustheit gut in größeren Mengen verarbeiten: als Fruchtsoße zu Fleischgerichten, als Füllung für Backwaren oder als Basis für Konfitüren und Chutneys. Mirabellen punkten in der gehobenen Küche durch ihr feines, intensives Aroma, das selbst kleine Desserts zu etwas Besonderem macht. Wer auf Saisonalität und kurze Lieferwege setzt, findet in beiden Früchten ideale Zutaten, um Gästen echte Sommerfrische auf den Teller zu bringen. Entscheidend für Großabnehmer ist dabei eine verlässliche Versorgung in gleichbleibender Qualität – genau hier macht die Wahl des richtigen Lieferanten den Unterschied.
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